31 Dezember 2007 at 6:07 Uhr nachmittags
(Nachdenkliches)
2007 geht vorbei.
Ein seltsames Jahr, wenn ich zurück denke. Und seltsam wie schnell sich Situationen ändern können. Auch zwischen Menschen. Teilweise war es beängstigend. Dann erleichternd. Sogar erstaunlich. Und für zwei Wochen wirklich atemberaubend.
Andererseits gab es auch Momente, in denen ich mir dachte, dass ich den größten Fehler meines Lebens begangen hatte. Heute denke ich aber nicht mehr so gravierend darüber, und ich bin froh, dass ich diese Situation einfach hinter mir gelassen habe. Vergessen möchte ich sie allerdings nicht, da ich viel gelernt habe in der Zeit. Besonders über mich in meiner Person und auch in meiner Lebensweise.
Doch gab es viele schöne Zeiten, viele Tage an die ich mich gern zurück erinnere. Viel Erfolg. Viele neue Freunde. Im großen und ganzen Sehe ich mich eine Stufe weiter auf der Lebenstreppe, und dies nicht weil ein Jahr vergangen ist.
Aber so einen ernsten Abschluss wollt ich dem Jahr gar nicht geben, deswegen hier noch ein bisschen schwarzen Humor:
28 Dezember 2007 at 11:21 Uhr nachmittags
(Wissen)
… wer kennt ihn nicht. Dieses Gefühl, wenn es klick macht, wenn sich einzelne Puzzleteile verknüpfen, zu einem größeren Bild, wenn man etwas begriffen hat. Wer mag dieses Gefühl nicht?
Für mich als Student kommt dieser Effekt natürlich nicht selten, aber ich habe ihn regelrecht lieben gelernt. Wenn ich zum Beispiel gerade wieder an neuen Matheaufgaben sitze, oder diese für Erstsemestler kontrolliere, dann fehlt mir oftmals für kleine Details das Verständnis. Ich lauf dann durch die Gegend um besser nachdenken zu können (dass klappt auch, da das Gehirn mehr Sauerstoff erhält; dennoch kann ich dies zu Hause nur selten tun, da ich sonst von meiner Mutter den Satz “rennst du schon wieder deine Runden?” zu hören kriege; also mein Tipp: Besser in der WG im Kreis rennen ) und dann belichte ich das Problem von allen Seiten, denke nochmal von vorne, denke mal rückwärts. Und wenn es gut läuft macht es einfach mal klick. Und dann fühl ich mich, als hätte ich ein Stückweit mehr von der Welt verstanden.
Heute zum Beispiel, durfte ich zweimal diesen Effekt erleben. Zum einen beschäftigte ich mich mit dem Beweis, dass die Umkehrrelation zweier verknüpfter Relationen R und S gleich der Umkehrrelation von S verknüpft mit der Umkehrrelation von R ist. Klingt langweilig, ist aber so. Irgendwie fehlte ein Puzzleteil, doch dann, ganz plötzlich machte es einfach klick, als hätte jemand den Schalter umgeschalten.
Die andere Sache beschäftigt sich mit der Lichtgeschwindigkeit. Ich habe mich immer gefragt, warum nichts schneller als das Licht sein kann? Wieso ist die maximale Geschwindigkeit 300.000 km/s? Ich lese gerade das Buch “Geheimnisse unseres Universums” von Joachim Bublath, und in Kapitel 7 schreibt er über die Relativitätstheorie. Und da fand ich die Antwort. Da die Lichtgeschwindigkeit in allen Bezugssystemen konstant ist, hat dies ja Auswirkungen auf die Längen und Zeitmessung. Zeit vergeht also nicht überall gleich schnell, sondern ist vom Bezugssystem abhängig. Und genauso verhält es sich auch mit der Masse. Je größer die Geschwindigkeit eines Körpers, desto größer wird auch seine Masse (die Antwort steckte also eigentlich die ganze Zeit in der bekannten Formel E = mc²). Das bedeutet, wenn eine konstante Kraft einen Körper konstant beschleunigen würde, so würde diese Energie dabei in Masse umgewandelt. Die Masse des Körpers steigt also. Und damit wird es für die Kraft immer “schwerer” den Körper zu beschleunigen. Irgendwann kann die Kraft den Körper nicht mehr beschleunigen, weil die Masse zu groß ist. Und der Körper würde auch nie die Lichtgeschwindigkeit erreichen, weil dies unendliche Masse bedeuten würde.
Ich finde dies sehr interessant, und war froh dem Aha-Effekt auch mal in den Semesterferien zu begegnen.
Ich hoffe wir bleiben gute Freunde und treffen uns des öfteren mal =D
27 Dezember 2007 at 2:28 Uhr nachmittags
(Bilder, Filme)
“Ich habe da diesen Zustand…”, hört man Guy Pearce in der Rolle des Leonard Shelby mehrmals im Film sprechen.
Dieser Zustand bestimmt Shelbys Leben. Er besitzt kein Kurzzeitgedächtnis mehr, seit seine Frau vergewaltigt und ermordet wurde. Nun muss er mit diesem Zustand leben. Doch gibt er sich diesem Schicksal nicht hin, sondern versucht dennoch Rache an den Mördern seiner Frau zu üben. Dafür hat er verschiedene Techniken entwickelt, seinen Alltag zu bewältigen.
Seine effektivste Methode dabei ist, sich wichtige Dinge aufzuschreiben. Er fotografiert die Leute in seiner Umgebung und notiert sich kleine Gedankenhilfen auf die Fotos, damit ihn niemand an der Nase herumführen kann. Außerdem tatooviert er sich wichtige Fakten, die ihm auf der Suche nach den Mördern helfen, auf seinen Körper.
Am Anfang des Filmes ist ein Sofortbildfoto zu sehen. Eine Hand schüttelt es, doch wird es nicht schärfer, wie man es vermuten lässt, es verblasst. Und je mehr die Hand das Foto schüttelt, desto mehr verblasst das Bild. Eine sehr schöne Analogie zum Gedächtnis des Leonard Shelby.
Die Erzählweise ist etwas anders, als man es von herkömmlichen Filmen gewohnt ist. Die Geschichte wird von hinten nach vorne erzählt. In der ersten Szene des Filmes sieht man Shelby Rache an dem Mörder nehmen. Man weiss wer es war. Und nun wird die Geschichte in etwa 10 Minuten Szenen rückwärts erzählt. Wichtig ist nicht wer es war, sondern wie es dazu kam. Mit jeder Szene verknüpfen sich die einzelnen Informationen immer mehr. Und wie ein Puzzle hat man am Ende das gesamte Bild vor sich.
Nebenher werden in kurzen Schwarz-Weiss Szenen ein anderer Handlungsstrang erzählt, dieser mündet allerdings am Ende mit den rückwärtserzählten Szenen in einem einheitlichen Erzählfluss.
Das Konzept ist wirklich gut und wird auch nicht langweilig, auch wenn man das Ende bereits kennt, wartet das wahre Ende den ganzen Film. Denn wer sich im Sicheren glaubt, wird in der letzten Szene des Filmes überrascht sein.
Die Personen sind sehr interessant gestaltet, man weiss nie wirklich wen man trauen kann, oder wer die Wahrheit sagt. Denn dadurch, dass Shelby alles wieder vergisst, weiss man die wirkliche Wahrheit nie wirklich zu kennen.
Für mich ein absolut sehenswerter Film. Wirklich interessantes Konzept, einfach mal was ganz anderes. Der Erzählstil ist zwar teilweise, weil nicht so flüssig erzählt wie man es normalerweise kennt, ungewohnt, doch macht genau das den Charme des Filmes aus. Die Personen sind nicht einfach Schwarz-Weiß, also entweder gut oder böse, sondern teilweise sehr zwiespätig gehalten.
Für alle die mal vom herkömmlichen Hollywood aussteigen wollen, kann ich diesen Film wärmstens empfehlen!
26 Dezember 2007 at 12:19 Uhr nachmittags
(Bilder)
Was für ein geniales Bild!
Es stammt aus dem Film “Prestige - Meister der Magie”
Zu sehen ist Hugh Jackman in der Rolle des Robert Angier. Dieser ist ein Bühnenmagier im England des späten 19. Jahrhunderts. Hier bei einem seiner Auftritte.
24 Dezember 2007 at 6:42 Uhr nachmittags
(Lustiges)
Nun (etwas) passend zum Heiligen Abend, die mathematische Schöpfungsgeschichte.
Freunde der Mathematik werden sich ein Lächeln einfach nicht verkneifen können! Für alle Anderen: Probiert sie einfach mal!
1. Am Anfang schuf Gott Adam und Eva. Und Adam war wüst und leer, und es wollte nicht Licht werden im Kasten seines Gehirns, wo Finsternis und Chaos herrschten. Und Gott sprach: “Es werde eine Feste in der Wirre der Gedanken und Begriffe und ihr Name sei Mathematik.” Und es geschah also.
So ward aus plus und minus der erste Tag.2. Und Gott schuf gerade und krumme Linien, ebene und gewölbte Flächen und Körper der verschiedensten geometrischen Formen mit Winkeln und Längen und gab sie Adam, auf dass er sie berechne und sich an ihnen erfreue. Und Gott sah, dass es gut war.
So ward aus Sinus und Cosinus der zweite Tag.
3. Und Gott schuf Potenzen und Wurzeln, rein- und gemischtquadratische Gleichungen, reelle und imaginäre Zahlen und sprach zu Adam: “Rechne mit ihnen nach den Gesetzen der Algebra und du wirst den binomischen Lehrsatz finden.”
So ward aus Quadrat und Kubik der dritte Tag.
4. Und Gott sprach: “Es werde das Koordinatensystem mit seinem Ursprung, mit Ordinate und Abszisse. In dieses sollen sich einfügen Kreise, Ellipsen, Hyperbeln mit Pol, Polaren, konjugierten Durchmessern und Tangenten, Kurven höherer und noch höherer Ordnung, Asymptoten, Hoch- und Tiefpunkten, mit und ohne Wendepunkte.” Und Gott sah, dass es gut war.
So ward aus Maximum und Minimum der vierte Tag.
5. Und Gott formte die Erde mit Groß- und Kleinkreisen, mit Längen- und Breitenkreisen, mit Meridianen und Vertikalen und gab ihr einen Platz im Mittelpunkt der Himmelskugel mit Horizont, Zenit und Ndadir, mit Äquator, Nord- und Südpol, und er setzte auf diese Kugel Gestirne, deren Lage, durch Höhe, Deklination und Stundenwinkel bestimmt war. Und Gott betrachtete sein Werk mit Wohlgefallen.
So ward aus Längenzeit und Zeitgleichung der fünfte Tag.
6. Und Gott sprach: “Die Erde bringe hervor kleine und kleinste Teilchen in einer Menge, dass ihre Zahl gegen unendlich strebe.” Und es geschah also. Und der Herr nannte diese Teilchen lim x für x gegen unendlich. Er schuf die Herren Briggs und Napier, auf dass sie Logarithmen schufen, und er baute Reihen, endliche und unendliche.
Da ward aus konvergent und divergent der sechste Tag.7. Am siebten Tage aber ruhte Gott. Und er gab Adam die Logarithmentafel und sprach: “Siehe ich gebe in Deine Hände das ganze mathematische Paradies. Nun darfst du addieren und multiplizieren und potenzieren. Nur durch die Zahl 0 darfst du nicht dividieren; denn diese Zahl ist ein Geschöpf des Fürsten der Finsternis.”
8. Die listige Schlange aber sprach zu Eva: “Wer durch 0 dividiert, wird lernen, was richtig und falsch ist.” Und das törichte Weib sprach zu Adam: “Dividiere und die Gleichung wird viel einfacher werden.”
9. Und Adam fasste sich ein Herz und dividierte durch 0. Da wurden ihre Augen aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt waren. So machten sie sich Schürzen aus abgewickelten Oberflächenintegralen. Da trieb Gott Adam und Eva aus dem mathematischen Paradies und sprach zu ihnen: “Weil Du durch 0 dividiert hast, sei deine Arbeit verflucht. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Leben lang differenzieren, integrieren und logarithmieren. Nie sollst du eine Zahl unendlich erreichen und für Pi und e genaue Werte finden. Du wirst für den Sinus von zwei verschiedenen Zahlen den gleichen Wert erhalten und nie einen exakten mathematischen Text hervorbringen.”
Und nun verlass ich diese Stadt,
ich bleibe stehn und schau zurück.
Die nassen Dächer glänzen matt –
ich hoff du findest hier dein Glück.
Doch ist die Zeit für mich gekommen,
jetzt muss ich wirklich von dir gehen.
Und seh ich dich noch wie verschwommen
weinend an meiner Seite stehen.
Der Wehmut sticht mir tief ins Herze,
der Wind, er streichelt mein Gesicht.
Die Sonn erlischt wie eine Kerze,
es bleibt ihr feurig rotes Licht.
Ich könnt noch Stunden hier verweilen,
denn Abschied nehmen ist so schwer.
Doch muss ich in die Ferne eilen,
sonst steigt die Sehnsucht immer mehr.
Ich schau ein letztes Mal zu dir,
dann schließ ich meinen trau`gen Blick.
Ja, unsre Zeit war traumhaft hier,
doch komm ich niemals je zurück.
Ich klopf den Staub von meinen Schuhen,
entschließe mich nun fortzugehen.
Doch lässt mich dies Gefühl nicht ruhen –
Ich blick zurück und bleibe stehen.
Machs gut, war ich doch wie besessen.
Leb wohl, es war eine schöne Zeit.
Bis bald, ich werd dich nie vergessen.
Ade, du meine Vergangenheit!
22 Dezember 2007 at 3:39 Uhr nachmittags
(Internet)
“You have a secret name. Discover it.”
Wolltet ihr auch schon einmal wissen, wie euer Name in elbisch ausgesprochen wird? Hier ist eine schöne Internetseite um diesen Wunsch einmal wahr werden zu lassen
Ein Song den ich nun schon seit sechs Jahren kenne regt mich immer wieder zum Nachdenken an. “Picture of my Life” heißt dieser, von einer genialen Band namens Jamiroquai.
Das lyrische Ich beschreibt seine Lage im Leben. Es weiß nicht wohin, weiß nicht was es tun soll. Es sieht keinen Sinn mehr im Leben und sieht sich unnütze darin. Und nun fragt es den Zuhörer, ob er ihm nicht helfen könne. “So if you have a cure” - heißt es im Lied - “To me would you please send - A picture of my life with a letter telling how it should really be instead”
hier einmal der ganze Text:
I never had a dream that I could follow through
Only tears left to stain, dry my eyes once again
I don’t know who I am, or what I’m gonna do
Been so long I’ve been hopelessly confused
This can never really end, its infinitely sad
Can someone tell me when
Something good became so bad
So if you have a cure
To me would you please send
A picture of my life
With a letter telling how
it should really be instead
The precipice is there
But will I ever dare
Throw myself in the sky, so at last I can die
See I’ve become a man
Who holds nothing too dear
Who will mind if I just disappear
This can never really end, it’s infinitely sad
Can someone tell me when
Something good became so bad
So if you have a cure
To me would you please send
A picture of my life
With a letter telling how
it should really be instead
Ich frage mich dann auch oft im Leben während einer schweren Zeit: Gibt es solch ein Bild meines Lebens? Gibt es einen Brief in dem steht, wie es am besten laufen sollte?
Wie würde alles aussehen, wenn ich mich immer richtig entschieden hätte? Was hätte es für Auswirkungen, wenn ich anstatt diesem, an der letzten Gabelung einen anderen Weg gewählt hätte? Wo würde ich nun stehen, was würde ich tun? Und wer wäre ich überhaupt?
Ein ungeheurer Gedanke, wenn man sich überlegt, dass wohl jede kleinste Handlung ein Ausmaß auf unsere Situation hat!
Doch vielleicht stellt sich diese Frage gar nicht, und das “Picture of my life” zeigt genau mein Leben jetzt. Sprich: Gibt es Schicksal?
Für alle, die einmal in den Song reinhören möchten: Auf YouTube gibt es ein schönes Video mit ein paar Bildern vom Sänger JK dazu: