Der Aha-Effekt…

28 Dezember 2007 at 11:21 (Wissen)

… wer kennt ihn nicht. Dieses Gefühl, wenn es klick macht, wenn sich einzelne Puzzleteile verknüpfen, zu einem größeren Bild, wenn man etwas begriffen hat. Wer mag dieses Gefühl nicht?

Für mich als Student kommt dieser Effekt natürlich nicht selten, aber ich habe ihn  regelrecht lieben gelernt. Wenn ich zum Beispiel gerade wieder an neuen Matheaufgaben sitze, oder diese für Erstsemestler kontrolliere, dann fehlt mir oftmals für kleine Details das Verständnis. Ich lauf dann durch die Gegend um besser nachdenken zu können (dass klappt auch, da das Gehirn mehr Sauerstoff erhält; dennoch kann ich dies zu Hause nur selten tun, da ich sonst von meiner Mutter den Satz „rennst du schon wieder deine Runden?“ zu hören kriege; also mein Tipp: Besser in der WG im Kreis rennen ;) ) und dann belichte ich das Problem von allen Seiten, denke nochmal von vorne, denke mal rückwärts. Und wenn es gut läuft macht es einfach mal klick. Und dann fühl ich mich, als hätte ich ein Stückweit mehr von der Welt verstanden.

Heute zum Beispiel, durfte ich zweimal diesen Effekt erleben. Zum einen beschäftigte ich mich mit dem Beweis, dass die Umkehrrelation zweier verknüpfter Relationen R und S gleich der Umkehrrelation von S verknüpft mit der Umkehrrelation von R ist. Klingt langweilig, ist aber so. Irgendwie fehlte ein Puzzleteil, doch dann, ganz plötzlich machte es einfach klick, als hätte jemand den Schalter umgeschalten.

Die andere Sache beschäftigt sich mit der Lichtgeschwindigkeit. Ich habe mich immer gefragt, warum nichts schneller als das Licht sein kann? Wieso ist die maximale Geschwindigkeit 300.000 km/s? Ich lese gerade das Buch „Geheimnisse unseres Universums“ von Joachim Bublath, und in Kapitel 7 schreibt er über die Relativitätstheorie. Und da fand ich die Antwort. Da die Lichtgeschwindigkeit in allen Bezugssystemen konstant ist, hat dies ja Auswirkungen auf die Längen und Zeitmessung. Zeit vergeht also nicht überall gleich schnell, sondern ist vom Bezugssystem abhängig. Und genauso verhält es sich auch mit der Masse. Je größer die Geschwindigkeit eines Körpers, desto größer wird auch seine Masse (die Antwort steckte also eigentlich die ganze Zeit in der bekannten Formel E = mc²). Das bedeutet, wenn eine konstante Kraft einen Körper konstant beschleunigen würde, so würde diese Energie dabei in Masse umgewandelt. Die Masse des Körpers steigt also. Und damit wird es für die Kraft immer „schwerer“ den Körper zu beschleunigen. Irgendwann kann die Kraft den Körper nicht mehr beschleunigen, weil die Masse zu groß ist. Und der Körper würde auch nie die Lichtgeschwindigkeit erreichen, weil dies unendliche Masse bedeuten würde.

Ich finde dies sehr interessant, und war froh dem Aha-Effekt auch mal in den Semesterferien zu begegnen.

Ich hoffe wir bleiben gute Freunde und treffen uns des öfteren mal  =D

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