»Bloß einsam«
»Bloß einsam«
Einsam ging ich diesen Pfad
und doch wusst ich noch was ich tat.
Einsam suchte ich ein Licht,
verlor doch meine Weltansicht.
Tausend Seelen, doch bloß ich als Narr,
und fühlt ich mich doch unsichtbar,
bloß eine Mutter sprach zu ihrem Kind:
»Schau diesen Mann, zernarbt durch Sonn und Wind,
werd nie so traurig – es ist fürchterlich!«
»Ich bin bloß einsam«, sage ich.
Und traurig stieg ich diesen Hügel,
zahmt dies Gefühl mit strengem Zügel.
Traurig suchte ich dies Licht,
welch strahlt wie ein wunderschön Gesicht.
Und hundert Seelen die Hoffnung schicken,
dachte nicht, dass sie mich erblicken,
bloß ein Vater sprach zu seinem Sohn:
»Schau diesen Mann, es ist des Unglücks Lohn
das Leben zu hassen – ist es nicht schrecklich?«
»Ich bin bloß einsam«, sage ich.
Fast tot kam ich im Tale an,
die Sehnsucht hielt mich noch im Bann.
Fast tot erblickte ich das Licht
und merkte, Hoffnung gibt es nicht.
Und bloß zehn Seelen sahen mich sterben,
sahen mich dieses Schicksal erben,
bloß ein Greis sprach zum Kindeskind:
»Schau diese Seele, sie war blind,
sie glaubte Einsamkeit sei vergänglich!«
»Ich war doch bloß einsam«, hauchte ich…
