Wie die Sonne stirbt

14 Oktober 2008 at 2:09 (Astronomie, Weltall, Wissen) (, , , , , )

Unabhängig von allen Auswirkungen des Menschen auf die Erde wird ein Tag kommen, an dem das Leben auf dem Blauen Planeten spätestens sein Ende nehmen wird.
Grund ist der Stern ohne dem nie Leben enstanden wäre: Die Sonne. Ihr Alter beträgt etwa 5 Milliarden Jahre und dies ist auch die Zeit die ihr noch zur Verfügung steht. In ca. 6 Millarden Jahren wird die Sonne nicht mehr scheinen.

Doch das Leben auf der Erde wird schon eher unmöglich sein. Lange bevor sie erkaltet, wird sich ihr Zustand dramatisch verändert haben. Schon in ca. 500 Millionen Jahren wird sich die Sonnenleuchtkraft um 10% verstärkt haben. Auf der Erde wird der Treibhauseffekt immer stärker, die Weltmeere verdunsten und die Temperaturen steigen.

In einer Milliarde Jahren wird die Sonnenleuchtkraft um 20% zugelegt haben. Das Leben auf der Erde ist längst unmöglich geworden. Im Gegensatz dazu werden die Monde der äußeren Planeten unsres Sonnensystems zu tropischen Paradisen. Auch auf Mars wird es wieder Ozeane geben, da der im Boden gefangene Permafrost schmilzt, und die Temperatur wird angenehme 10°C betragen. Nach 3 Milliarden Jahren sogar 25°C und der Mars wird dann über eine dichte Atmosphäre verfügen.

Die Leuchtkraft der Sonne steigt also stetig an. In etwa 6 Milliarden Jahren wird sie zu einem Roten Riesenstern wachsen. Ihr Radius ist auf das 20-fache des heutigen angewachsen und entspricht damit dem halben Merkurbahnradius. Auf der Erdoberfläche erschiene die Sonne um das 20-fache größer als heute, doch mit einer Oberflächentemperatur von 750°C wird es wohl keinen Beobachter mehr geben.

Während dieses Stadiums werden die inneren Planeten zu glühend heißen, atmosphärlosen Gesteinsklumpen. Die Eismonde der äußeren Planeten jedoch werden auftauen. Die Jupitermonde Ganymed, Kallisto und Europa werden Ozeane bilden, doch bald schon werden auch hier Temperaturen von bis zu 250°C herrschen.

Das Rote Riesenstadium wird nur sehr kurze Zeit dauern (in Relation zu einem Sternenleben). Abrupt schrumpft die Sonne wieder und ihre Leuchtkraft sinkt, die Oberfläche wird wieder heißer und gelber. Die Temperaturen auf den Planeten fallen wieder und für etwa 100 Millionen Jahren verharrt die Sonne in diesem Zustand. Anschließend wird, in Folge von Vorgängen im Inneren des Heliumkerns, die Leuchtkraft der Sonne auf das 10.000-fache des heutigen Wertes steigen, der Sonnenradius wächst auf die Größe des Erdbahnradius (150 Millionen Kilometer) – die Sonne wird zu einem Roten Überriesen.

Auf Pluto werden tropische Temperaturen von 50°C herrschen. Die Gasplaneten in unserem Sonnensystem werden ihre Atmosphären verstärken und somit wachsen. Merkur und Venus werden aufgrund des künftigen Sonnenradius verschluckt. Mars wird den Roten Überriesen dann in einer etwas größeren Bahn umrunden.
Das Schicksal der Erde ist jedoch ungewiss. Der dann innerste Planet des Sonnensystems besitzt längst keine Atmosphäre mehr, und die Oberfläche besteht aus einem einzigen Lavasee. Die Sonnenoberfläche wird bis nah an die Erde reichen, danach sind zwei Szenarien denkbar:
Die Erde könnte in die Sonne stürzen oder, wie der Mars, die Sonne auf einer weiteren Bahn umkreisen.

Die Sonne wird in Folge ihres Überriesen-Stadiums erheblich an Masse verlieren, die Anziehungskraft der Sonne sinkt. Da der Bahndrehimpuls der Erde aber gleich bleibt wandert unser Planet aufgrund der geringeren Gravitation nach außen und würde die Sonne dann auf einem doppelten Abstand vom heutigen umrunden. Doch gibt es zu viele Faktoren die heute nicht berücksichtigt werden können, um diesem Szenario mehr Gewicht zu zusprechen.

Aber auch das Überriesen-Stadium währt nur kurz. Die Sonne wird einen erheblichen Teil ihrer äußeren Hülle abstoßen – eine typische Supernova. Der Sonnenkern bleibt übrig und es entsteht ein sogenannter Weißer Zwerg mit etwa der halben Masse der heutigen Sonne. Die Sonne leuchtet in einem weißen Licht, doch währt dies nicht lange. Strahlung und Druck nehmen immer weiter ab. Innerhalb von Milliarden Jahren verfärbt sich der Zweig: Gelb, orange, rot und schließlich dunkelrot.

In etwa 16 Milliarden Jahren endet die Geschichte unseres Sterns. Die Sonne ist ausgestrahlt – nur noch ein Schwarzer Zwerg in einem der Spiralarme der Milchstraßengalaxie.

Quelle: Von Ringplaneten und Schwarzen Löchern, Keller, Kosmos-Verlag

6 Kommentare

  1. tigger sagte,

    Klingt interessant.
    Einige Elemente, aus denen wir und unser Sonnensystem bestehen, können ja auch nur durch eine Supernova-Explosion entstanden sein. Heißt das, dass es früher an der Stelle unseres Sonnensystems einen Stern gab, der als Supernova endete und aus dem dann das Sonnensystem entstand? Würde mich mal interessieren.

  2. Cauti sagte,

    ja so kenn ich das auch. so viel ich weiß ist die sonne ein stern zweiter generation. also etwas staub der sonne war schonmal ein stern. aber näheres kann ich leider auch nicht sagen.

  3. tigger sagte,

    Trotzdem danke. Vielleicht entsteht ja später wieder ein neues Sonnensystem aus dem übrig gebliebenen Rest…

  4. mh sagte,

    @tigger: nicht unbedingt an unserer Stelle. Bei einer Supernovaexplosion verteilen sich Gas und Staub ja, wie man an den Gas- und Staubnebeln sehen kann. Außerdem bewegen sich alle Sterne um das Zentrum der Galaxie und haben zusätzlich eine Eigenbewegung.

  5. tigger sagte,

    Stimmt natürlich. Die Frage ist dann auch: WO ist dann noch „an unserer Stelle“?

  6. O.Volstorf sagte,

    Wenn die Sonne in 6 Milliarden Jahren nicht mehr scheint, dann sollte ich vileicht
    schon heute mir Heizölreserven anschaffen. Wenn wir aber schon „übermirgen“ also
    in 500 Millionen Jahren von der Sonne gebraten werden, dann sollte ich mir vielleicht
    keine Kinder mehr anschaffen, denn ich möchte nicht das meine Urenkel gebraten
    werden. Um den Mars eventuel schon frühzeitig für Menschen Bewohnbar zu machen,
    rechnet man in etwa mit einer Zeitdauer von 200 Jahren. Würde man die Hunderte von
    Milliarden nicht für Marsmisionen verpulvern sondern in erneuerbarer Energie reinstecken, so könnten wir in ca. 50 Jahren unser Weltklima schon annehmbar
    verbessern. Dann könnte die Menschheit mindestens noch 500 Millionen Jahre auf der
    Erde leben! Um die Neugir der Wissenschaftler zu befriedigen im punkto Urknaller-
    forschung, verplempern wir hunderte von Millirden. Die Inteligenz des Menschen
    besteht aus seinen eigenen genetisch bedingten Wahnsin!
    Mit f.Gruss. „Nachteule“….

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