»Leviathan«

3 Mai 2008 at 10:53 Uhr vormittags (Lyrik) (, , )

»Leviathan«

…Und grausame Stille umgab mich als bald,
als ich diesen einsamen Pfade bestieg.
Es war bereits dunkel und ebenso kalt
und mein bitterkaltes, mein sterbend Herz schwieg.
Die Furcht quälte meine verbitterte Seele,
der Schmerz hat sie längst als sein eigen gebrannt,
raubt mir die Luft wie ein Strick um die Kehle,
nimmt mir die Hoffnung, nimmt den Verstand.
…Und weiter und weiter verschwindet mein Geist,
die Angst um den Tode hat ihn doch gestohlen,
von nachtschwarzen Krähen ward er verspeist,
und nichts kann ihn jemals auch wieder einholen.
Erdolcht durch all trostlosen, düstren Gedanken,
erblindet durch all die Hoffnungslosigkeit.
Und bloß worum all die Legenden sich ranken,
bleibt mir nun übrig in all Ewigkeit.
…Und warum doch Sorgen, wenn Worte verhallen?
Warum doch pflanzen, wenn Früchte verderben?
Warum noch aufstehen, wenn wir doch fallen?
Und warum noch leben, wenn wir doch sterben…

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»Kalt«

5 April 2008 at 7:01 Uhr nachmittags (Lyrik) (, )

»Kalt«

Du weintest sehr in dieser Nacht,
hast mein Herze umgebracht.
Ich blick dich an, doch du blickst fort,
und niemand sagt auch bloß ein Wort.
Der Schmerz sitzt tief in meiner Brust,
die Einsamkeit und dieser Frust
lässt mich vor deinem Aug ersterben.
Und unsre Liebe liegt in Scherben.

»Warum?«, schrei ich aus voller Kehle,
»Warum erdolchst du meine Seele?
Weshalb hast du dies bloß getan?«,
ich schrei vor Schmerz, ich schrei im Wahn.
Doch kannst du mich nicht mehr verstehen,
all mein Zorn und all mein Flehen
verstummt im Dunkel dieser Nacht,
ich hör dich weinen, leis und sacht.

Du blickst mir weinend ins Gesicht,
doch eine Antwort gibst du nicht.
Gleich ist`s vorbei, ich geh zu Grunde,
zu groß ist diese schmerzend Wunde.
Bei meinem letzten Atemzug,
hör ich wie, denn du fasst den Mut,
»Ich liebe dich nicht mehr« durch das Dunkel hallt.
Ich fass mein Herz, doch es ist kalt…

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»Meisterwerk«

20 März 2008 at 3:04 Uhr nachmittags (Lyrik)

»Meisterwerk«

Erwacht, erdacht in tiefster Nacht,
im Herzen des Künstlers ein Feuer entfacht,
er lacht und macht sich an die Schlacht
seine Idee und Inspiration durch seine Macht,
durch total verrückte, doch geniale Gedanken,
die sich um all seine Ideale ranken
zu verwirklichen und umzusetzen,
zu bestaunen und auch zu schätzen
ist allein schon sein Bild des Projekts,
durch seine Visionen und Träume wächst
seine Vorstellung und seine Ziele,
in seinem Kopf schwirren so viele
abstrakte, surreale Ideen umher,
doch genügt es nicht, er will noch mehr,
der Drang, die Begierde Schöpfer zu sein
entstand es so klein, fast nur ein Schein,
doch erschaffen durch viel Blut und Schweiß,
solange kein Fortschritt, doch er weiß
jeder kleinste Handschlag wird sich auszahlen,
jetzt kann er sich all seine Wünsche ausmalen.
Erbaut, er schaut, kein Wort das es erklärt,
enthüllt er sein eigen Meisterwerk !

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»Engel«

7 März 2008 at 9:38 Uhr nachmittags (Lyrik)

»Engel«

Ein kurzer Blick in deine Augen,
ein kurzer Blick in dein Gesicht,
mein Herz zerspringt in tausend Scherben,
und meine trau`ge Seel zerbricht.
Du bist ein Engel hier auf Erden,
doch kann bloß ich die Flügel sehen.
Oh bitte, bleib doch ewig hier,
Warum musst du so baldig gehen?

Erinnerungen sind all was bleibt
von unsrer ach so kurzen Zeit.
Und deine Stimme hallt erneut
in meinem Kopf, in Ewigkeit.
Verblasst sind längst schon all die Farben,
verstummt sind deine letzten Wort.
Und Angst um dich lässt mich hier sterben,
denn all Erinnerung ist fort.

Wo bist du nur als bald verschwunden?
Wo weilst du nun in dieser Welt?
Mein zersprungnes Herz verendet,
denn es gibt nichts mehr, dass es hält.
Die Welt verschwimmt vor meinen Augen,
und meine kalte Seel zerbarst.
Mein letzter Atem bürgt die Erkenntnis,
dass du mein Todesengel warst…

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»Schwarzgefiedert«

22 Februar 2008 at 6:40 Uhr nachmittags (Lyrik)

»Schwarzgefiedert«

Rabenschwarze, bittre Nacht,
so grauenvoll und eisig kühl.
Einsam weint mein Herze sacht,
und steigt und steigt doch dies Gefühl.
Laufe nun seit Jahren schon
und schmerzt das Gehen immer mehr.
So bitter weint mein Herze ohn,
so grausam fällt der Wege schwer.

Krähen säumen meinen Pfad,
schwarzgefiedert, hasserfüllt,
ziehn und beißen an der Naht,
die meine dunkle Seel verhüllt.
Will sie töten, will sie reißen,
doch werden sie bloß immer mehr.
Will verdrängen, will loseisen,
doch meine Seel fühlt sich so leer.

Die Wesen krähen, die Wesen schreien,
stürzen auf mein Leibe nieder,
werden mich lebendig entzweien,
mein Schrei erstickt durch ihr Gefieder.
Und sie beißen, und sie ziehen,
und verschlingen all die Farben.
Kann nicht entkommen, nicht entfliehen,
denn wo einst Flügel sind bloß Narben…

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»Bloß einsam«

15 Januar 2008 at 7:15 Uhr nachmittags (Lyrik)

»Bloß einsam«

Einsam ging ich diesen Pfad
und doch wusst ich noch was ich tat.
Einsam suchte ich ein Licht,
verlor doch meine Weltansicht.
Tausend Seelen, doch bloß ich als Narr,
und fühlt ich mich doch unsichtbar,
bloß eine Mutter sprach zu ihrem Kind:
»Schau diesen Mann, zernarbt durch Sonn und Wind,
werd nie so traurig - es ist fürchterlich!«
»Ich bin bloß einsam«, sage ich.

Und traurig stieg ich diesen Hügel,
zahmt dies Gefühl mit strengem Zügel.
Traurig suchte ich dies Licht,
welch strahlt wie ein wunderschön Gesicht.
Und hundert Seelen die Hoffnung schicken,
dachte nicht, dass sie mich erblicken,
bloß ein Vater sprach zu seinem Sohn:
»Schau diesen Mann, es ist des Unglücks Lohn
das Leben zu hassen - ist es nicht schrecklich?«
»Ich bin bloß einsam«, sage ich.

Fast tot kam ich im Tale an,
die Sehnsucht hielt mich noch im Bann.
Fast tot erblickte ich das Licht
und merkte, Hoffnung gibt es nicht.
Und bloß zehn Seelen sahen mich sterben,
sahen mich dieses Schicksal erben,
bloß ein Greis sprach zum Kindeskind:
»Schau diese Seele, sie war blind,
sie glaubte Einsamkeit sei vergänglich!«
»Ich war doch bloß einsam«, hauchte ich…

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»Abschied«

23 Dezember 2007 at 12:28 Uhr nachmittags (Lyrik)

»Abschied«

Und nun verlass ich diese Stadt,
ich bleibe stehn und schau zurück.
Die nassen Dächer glänzen matt –
ich hoff du findest hier dein Glück.
Doch ist die Zeit für mich gekommen,
jetzt muss ich wirklich von dir gehen.
Und seh ich dich noch wie verschwommen
weinend an meiner Seite stehen.
Der Wehmut sticht mir tief ins Herze,
der Wind, er streichelt mein Gesicht.
Die Sonn erlischt wie eine Kerze,
es bleibt ihr feurig rotes Licht.
Ich könnt noch Stunden hier verweilen,
denn Abschied nehmen ist so schwer.
Doch muss ich in die Ferne eilen,
sonst steigt die Sehnsucht immer mehr.
Ich schau ein letztes Mal zu dir,
dann schließ ich meinen trau`gen Blick.
Ja, unsre Zeit war traumhaft hier,
doch komm ich niemals je zurück.
Ich klopf den Staub von meinen Schuhen,
entschließe mich nun fortzugehen.
Doch lässt mich dies Gefühl nicht ruhen –
Ich blick zurück und bleibe stehen.

Machs gut, war ich doch wie besessen.
Leb wohl, es war eine schöne Zeit.
Bis bald, ich werd dich nie vergessen.
Ade, du meine Vergangenheit!

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