Das Gateway war kaum mit den Augen auszumachen, der feuerrote, riesige Jupiter verschluckte das noch weit entfernte Gebäude. Der Anblick war überwältigend, selbst für Jason, der das All sein eigentliches Zuhause nannte. Amy jedoch überbot alles. Sie blickte mit offenen Mund starr geradeaus und konnte ihren Blick nicht mehr abwenden. In der Hitze des Gefechts war der atemberaubende Anblick keinen von beiden aufgefallen. Und selbst wenn, so wäre kaum Zeit gewesen sich dafür zu interessieren. Nun kroch langsam der Mond Kallisto hinter dem Jupiter hervor und Amy gab ein leises Geräusch des Staunens von sich.
Die Chakotay flog in den Tunnel des Intergates und fuhr langsam die langen Flügel mechanisch ein. Auf der rechten Seite des Tunnels waren wieder hunderte von Schiffen angedockt; Jason suchte nach dem Schiff der Piraten, es war wahrscheinlich, dass sie nun hier waren. Egal wie sie sich das plötzliche Verschwinden des Schiffes vor ihnen erklärten, es hier zu suchen war das Logischste. Die Chakotay hatte die Daten über das Schiff natürlich längst ausgewertet und somit auch hoch gerechnet wie das Raumschiff demzufolge aussehen dürfte. Dies geschah mit Hilfe einer wirklich genialen Datenverarbeitungsroutine. Der Computer analysierte die Schilddateien, alle erkennbaren technischen Details des Schiffes, sowie Aerodynamik und alle möglichen verfügbaren Informationen, und erstellte dann ein virtuelles Bild des Schiffes. Jason selbst hatte das Schiff der Gangster natürlich kaum gesehen. Als er die Schubumkehr befahl düste es mit seiner Geschwindigkeit gerade zu über die Chakotay hinweg. Somit hatte er nun eine ungefähre Ahnung wie das Schiff aussehen sollte. Den Daten zufolge ein kleines Kampfschiff der Float-Klasse. Das war ein sehr fortschrittliches Schiff, wenn auch nicht das neueste Modell. Den Rest des Beitrags lesen »
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Jason betrachtete den Mond der nun vor ihm lag. Jupiter II, oder wie es gebräuchlicher war: Europa. Dieser war ein recht kleiner Mond des Jupiters. Sogar der kleinste der vier Hauptmonde, oder Galileischen Monde, wie man sie auch bezeichnete, da sie im Jahre 1610 von Galileo Galilei entdeckt wurden. Europa war schön anzusehen. Neben ihren blauen Meeren war die feste Oberfläche eine Farbmischung aus rot und weiß. Europa war zerfurcht und zerfressen von Gräben und Linea. Als hätte jemand ein überdimensionales Messer genommen und diese in ihre Oberfläche geritzt.
„Jackie, die nördliche Hemisphäre nach einer Stadt namens Cien scannen!“, befahl Jason. Er schaute auf die interplanetare Uhrzeit um zu sehen, wie lange er noch Zeit hatte, bis die Übergabe nach seinen Informationen ablaufen sollte. Es waren noch gute drei Stunden, mehr als genug also.
„Cien gefunden“, meldete der Computer, „43 Grad nördliche Breite, 125 Grad östliche Länge. Durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei…“
„Ist gut. Kurs setzen!“
Der Computer signalisierte die Ausführung mit einem Signalton.
Jason drückte verschiedene Tasten der direkten Steuerung und so flog die Chakotay langsam auf Europa zu.
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„Ein sehr ruhiger Tag heute“, sagte Chris, der hinter dem Tresen stand, und verschränkte die Arme.
„Lieber so, als anders herum“, antwortete Jason abwesend, während er auf einem Barhocker die Tageszeitung durchblätterte. „Heute keine Informationen…“
„Bei mir auch nichts“, sagte eine Stimme die von der Eingangstür der kleinen Kneipe zu kommen schien. Ein kleiner gedrungener Mann betrat den Pub und setzte sich neben Jason, der kurz aufblickte.
„Morgen Dean“
„Das Einzige was ich erfahren hab, ist, dass auf Ganymed heute keine Party steigen soll.“
Jason knitterte seine Zeitung zusammen und schnaubte. „Dann bin ich hier wohl fehl am Platz.“
„Ja, aber mit keiner weiteren Information bist du das wohl überall“, lachte Chris und polierte ein paar Biergläser. „Ruh dich doch erstmal aus. Immer auf Achse. Du weißt doch, meine alte Couch steht dir immer zur Verfügung, Kumpel.“
Jason fühlte sich schlapp. Ausgenommen vom vielen Reisen, zerknittert und schlaff. Wünschte sich eine Pause, obwohl das Feuer in ihm immer noch loderte. Dennoch konnte er sich ein bis zwei Tage Ruhe nicht abschlagen. „Ja, gut Chris, die Couch hab ich mal bitter nötig.“
Jason stand auf und gähnte herzhaft ohne dabei auf Chris befriedigendes Lächeln zu achten.
Ein seltsames Geräusch war plötzlich zu hören. Jason und Chris wandten sich wie automatisch Dean zu, der augenblicklich ein kleines Gerät aus der Tasche zog.
Jason und Chris hielten die Luft an, als eine Stimme daraus ertönte: „Dean, wir haben etwas. In vier Stunden soll eine Übergabe auf Europa getätigt werden. Es soll viel Geld im Spiel sein, seine Spur ist deutlich zu erkennen. Eine kleiner Einkaufmarkt auf der nördlichen Hemisphäre soll der Treffpunkt sein. 32 Grad östliche und 44 Grad nördliche Breite. Eine Großstadt namens Cien. Schick Jason umgehend los, Europa steht günstig zu Ganymed. Wenn er sich beeilt könnte es noch klappen. Wir sehen uns!“
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